30. December 2009
Florentine in Gastkritik, unterwegs, guter Kuchen
Folgende Mail erreichte mich vor Kurzem, und da die Kuchenkritik ja irgendwie ein wenig eingeschlafen ist, ist es an der Zeit, sie mit dieser Hymne an den Kleckskuchen wieder aufzuwecken:
Liebe Florentine,
leider ohne Foto, aber trotzdem an dieser Stelle ein Hinweis auf eine kleine Bäckerei, deren Kleckskuchen mir im November in Görlitz Tränen des Glücks und der Begeisterung in mein Gesicht zauberte. Seit 2005 betreibt im nahen oberlausitzer Zwerg-Städtchen Bernstadt (das ansonsten noch einen der Vordenker der deutschen V2 sein hervorbrachte, der seine Prototypen hier mit seinen Berliner Ingenieur-Kumpels bei seiner Oma hinterm Karnickelstall ins idyllische Umland und den Himmel darüber verschoss) Janine Schöne ihre Bäckerei “Backzwerge”. Und versteckt am Görlitzer Stadtrand, auf der Melanchthonstraße 33e befindet sich ihre Görlitzer Filiale, die sich eines stets wachsenden Kundenkreises erfreut. Wen es also mal an die Neiße verschlägt, der lasse sich nicht von den zahlreichen mittelmäßigen auswärtigen üblichen Verdächtigen wie leider auch so manchem einheimischen Backzünftler in der Innen- und Altstadt mit dürftigem Durchschnitt abspeisen. Nein, er lenke seine Schritte zum Südausgang des Bahnhofes (der schon bei Arno Schmidt Erwähnung findet), folge den Gleisen der Straßenbahn hinauf in Richtung Landeskrone bis zum Jüdischen Friedhof. Hier biege er rechts ab und nach wenigen Schritten trifft er links an einer Kreuzung auf die kleine Eckfiliale. Hier delektiere er sich vielleicht auch am sehr guten Russischen Zupfkuchen. Aber auf keinen Fall lasse er anfangs besagten Kleckskuchen unprobiert liegen. Ein Gedicht! Die Streusel buttrig und knusprig und dabei auf der Zunge dahin schmelzend. Der Mohn im richtigen Maße feucht und zart mit Rosinen durchsetzt in einer sympatischen, nicht zu süßen Quarkschicht. Und in all das hineingekleckst die Marmelade von einer anrührenden Kinder-Konsums-Konsistenz und -süße. Kleckskuchen, du oft als Restepantsche belächelte Underdogexistenz! Wie kamst du mir hier nahe!
Und eine Internetseite haben sie auch: www.backzwerge.de.tl
Viele Grüße,
mr archer
Auf nach Görlitz!
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29. June 2009
Florentine in guter Kuchen
Ensetzt musste ich ja letzte Woche feststellen, dass zwei meiner liebsten Kuchenorte in unserer neuen/alten Gegend hier noch nie Erwähnung gefunden haben. Umgehend habe ich also einen von ihnen aufgesucht, blöderweise die Kamera vergessen und dann ein Wochenende lang überlegt, ob ich ohne Bilder überhaupt eine Kuchenkritik schreiben soll. Ich tu es jetzt einfach mal.
Der Salon Sucré ist ein Wunder. Er liegt in einer Ecke, die mit der zunehmenden Gentrifizierung Kreuzbergs und vor allem der Gegend zwischen Schlesischer Straße und Görlitzer Park zwar immer zahlungskräftiger wird, wo allerdings überhaupt kein Laufpublikum vorbeikommt. Der Laden ist winzig und besteht eigentlich aus zwei Läden, einem Friseurgeschäft und einer Konditorei. Die Öffnungszeiten sind manchmal ein wenig verwirrend. Der Laden ist winzig, die Kuchenauswahl recht klein, jedoch ist der Kuchen der beste, den ich in Berlin je gegessen habe. So, jetzt habe ich es geschrieben. Er ist wahrscheinlich auch der teuerste, aber das stört mich überhaupt nicht. Der französische Konditor ist wirklich ein französischer Konditor und kann wirklich backen, phantastische Kuchen, Tartelettes, Torten, die so gut sind, dass man ruhig Geld dafür bezahlen kann. (Wenn man sich mal überlegt, wofür man sonst so Geld ausgibt, 3 Euro für ein Bier, da kann man ja bitte mal 5 Euro für ein phantastisches Törtchen augeben.) Außerdem ist die Idee eines Ladens, der abseits der Menschenströme gemütliche Öffnungszeiten hat und dann den vermutlich besten Kuchen in Berlin für viel Geld verkauft, sehr unterstützenswert.
Aber zum Kuchen. Wir aßen beim letzten Besuch ein Stück Birnenkuchen, der aus einem köstlichen Schokoladenmürbteig bestand, auf dem Birnen und Himbeermamelade sich perfekt zusammenfügten, und ein himmlisches Tartelette au Citron, bei dem alles stimmte und jede Komponente an sich schon unglaublich gut geschmeckt hätte. alles, was wir jemals dort gegessen haben, war perfekt. Das allein ist, vor allem in Berlin, schon ein Wunder.
(Bilder aus dem Laden kann man sich hier ein paar angucken.)
Salon Sucré
Görlitzer Straße 32a
10997 Berlin
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23. June 2009
Florentine in Uncategorized
Gestern wurde ich nach der besten Konditorei in Berlin gefragt, eine Frage, der ich auf dieser Seite versuche nachzugehen, und die ich daher nicht eindeutig beantworten kann, zumal mir, obwohl ich daran arbeite, nicht alle guten Berliner Konditoreien bekannt sind.
In der Nähe meiner Wohnung befinden sich zwei sehr gute Konditoreien, die mit ein Grund dafür sein könnten, dass ich im Moment auf der Suche nach gutem Kuchen ein wenig faul geworden bin, weil sie nämlich beide so gut sind, dass sie unsere Kuchenbedürfnisse eigentlich voll befriedigen können.
Ohne jetzt also behaupten zu wollen, dass es sich bei beiden um die besten handelt, empfehle ich sie doch jedem Berlinbesucher und Berliner gleichermaßen.
1. Salon Sucré, Görlitzer Straße 32a in Kreuzberg. Phantastische Torten, Törtchen, Brioche und Croissants. Ein Rätsel, warum ich mich nicht schon früher hier dazu geäußert habe, das werde ich in Kürze ausführlich nachholen. Teuer, aber extrem empfehlenswert, trotz komischer Öffnungszeiten und gelegentlicher Schlangen bis auf die Straße.
2. Koriat Kuchenmanufaktur, Pannierstraße 29 in Neukölln, nur einen Verdauungsspaziergang durch den Park vom Salon Sucré entfernt. Ein kleiner Laden, der wohl hauptsächlich für Cafés bäckt, der aber auch, schön unprätentiös, köstliche Kuchen an Laufkundschaft verkauft. Auch hier stellt sich die Frage, warum ich nicht schon viel früher etc., und so muss ich auch hier eine ausführliche Kritik in Kürze ankündigen.
Weitere Hinweise nehme ich wie immer gerne entgegen.
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4. May 2009
Florentine in Cafékritik, unterwegs

Beim letzten Besuch in Frankfurt war das Wetter dermaßen schön, dass ich nicht nur dauernd faul im Garten meiner Eltern rumhängen und den anderen bei der Gartenarbeit zugucken konnte. Ein Spaziergang war angesichts der blühenden Bäume das Mindeste, und aus praktischen (nicht so weit wie in den Taunus) und sentimentalen (denkwürdige Tag- und Nachtspaziergänge in meiner Kindheit und Jugend) Gründen spazierten wir auf dem Lohberg hin und her. Der Lohrberg ist wunderschön, hier gibt es Obstbäume, den einzigen Weinberg auf Frankfurter Stadtgebiet, einen schönen Blick auf die Silhouette der Stadt, Kleingärten und ein Ausflugslokal im eigentlichen Sinne des Wortes. Hier sitzen vor allem ältere Herrschaften und mittelalte Spaziergänger (wir drückten den Altersdurchschnitt erheblich), hier isst man Cordon Bleu und Schnitzel, trinkt dazu einen Apfelwein und gönnt sich zum Nachisch noch einen Apfelstrudel mit Vanilleeis und übersieht dabei großzügig, dass die Qualität der Speisen nicht die allerbeste ist, bzw. das meiste wohl zuvor tiefgefroren war. Wie auch immer. Ich aß einen Bienenstich, der bestimmt nicht selbstgebacken, aber dennoch ok war, irgendwie stilecht in dieser Umgebung. (Überhaupt stellt sich die Frage, ob nicht ein guter Tiefkühlkuchen vielleicht sogar besser sein könnte als ein schlechter selbstgebackener. Aber das will ich jetzt nicht entscheiden). Den dazu bestellten Gespritzten nannte der Kellner Spritzki , und er war etwas zu groß für die Nachmittagsstunde, aber draußen gibt es dort eben klassischerweise nur große Getränke.

Stillleben: Deckel vom Fotoapparat, der Arm meiner Mutter, Wasserflasche, Tiefkühl-Bienenstich, Apfelwein, Kännchen Kaffee.
Lohrberg-Schänke
Am Lohrberg 9
60389 Frankfurt am Main
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22. April 2009
Florentine in Uncategorized

Eine sehr gute Rezeptsammlung in meinem Besitz. Vielleicht irgendwann darüber mehr.
Eine kleine Kuchenkritik gibt es heute mal wieder, leider ohne Foto, daher, völlig unzusammenhängend, das obige Bild. Also.
Der Bienestich im Café Mirabelle in Pankow, wo wir am vergangenen Wochenende sehr nett Geburtstag feierten*, war nicht ganz so amazing, aber doch ok. So ok, wie der durchschnittliche Café-Kuchen in Berlin eben ist, nichts Besonderes, aber auch nicht wahnsinnig schlecht. Der Rhabarberkuchen, den ich nicht probiert habe, sah ein bisschen besser aus, der ebenfalls vorhandene, aber auch nicht probierte Mandarinenkuchen war offensichtlich mit Dosenmandarinen zubereitet, die ich generell für nicht essenwert halte, und deren Verwendung einiges über kulinarische Ansprüche verrät.
Es wäre schön, wenn die Café-Kuchenqualität in Berlin insgesamt höher wäre, aber solange das nicht der Fall ist, kann man sich mit besagtem Bienenstich abfinden. Zumal die Terrasse des Cafés unweit des Bürgerparks im Sommer sicher schön ist.
*Also nicht wir von der Kuchenkritik hatten Geburtstag, wir feierten dort den Geburtstag einer Freundin. Nur, dass das klar ist!
Café Mirabelle
Schulzestr 21
13187 Berlin
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25. March 2009
Florentine in Vertröstung
Oh je.
Die Kuchenkritik gibt es noch, ja, wirklich. Nur habe ich mich (vor Wochen bereits, kurz bevor der Fotoapparat wieder aufgetaucht war und dann doch keine Bilder von Kuchen drauf waren) dazu durchgerungen, in der Fastenzeit nichts Süßes zu mir zu nehmen. Dass das mit den Interessen dieser Seite kollidieren würde, habe ich erst zu spät gemerkt.
Ist ja nicht mehr so lange bis Ostern.
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2. February 2009
Florentine in Internetkuchen
Bis der Fotoapparat wieder aufgetaucht ist bzw. die Bilder endlich ihren Weg auf meinen Computer gefunden haben, hier eine Empfehlung. Für die Berliner Bäcker, die sich das mal zu Herzen nehmen könnten, vor allem aber für die von ihnen frustrierten Menschen, die lieber selber backen, als zur nächsten Bäckerei zu gehen.
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11. January 2009
Florentine in Vertröstung
Nein, die Kuchenkritik ist nicht eingeschlafen.
Wir essen auch noch Kuchen, und bald wird hier auch mal wieder eine Kritik stehen. Und zwar aus der neuen Nachbarschaft, in der es, wie wir uns heute versichern konnten, exquisiten Kuchen gibt. Bald mehr!
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18. December 2008
25. November 2008
Florentine in Nostalgie, Torte

Ein angenehmer Nebeneffekt bei der Wohnungssuche ist es, neue Gegenden kennenzulernen. Die, in der wir im Moment wohnen, ist nicht nur was das Angebot an Backwaren betrifft ausgesprochen finster. Eine neue Wohnung haben wir noch nicht, dafür haben wir neuen Kuchen entdeckt. Unweit des S-Bahnhofs Bellevue im Hansaviertel, an der Brücke nach Moabit liegt die Konditorei Buchwald. Sie ist für ihren Baumkuchen berühmt, das hatte mir vor Monaten schon mal jemand erzählt und ich hatte es wieder vergessen. Vor dem Laden stehend fiel es mir allerdings wieder ein, was auch kein Wunder ist, auf der Fassade des Eckhauses steht nämlich ein Stockwerk über dem normalen Ladenschild in riesigen Buchstaben “Baumkuchen seit 1852″.
Richtigen Baumkuchen haben wir nicht probiert, der war zu teuer. Dafür haben wir Baumkuchentorte, Eierschecke und Zitronentarte verköstigt und waren sehr zufrieden. Vom Kuchen sowieso, auch wenn die Zitronentarte eher ein zitroniger, köstlicher Käsekuchen als eine klassische Zitronentarte war und die Eierschecke eher im Mittelfeld der bisher verzehrten Eierschecken lag (wofür die arme Eierschecke aber eigentlich nichts kann. Während diverser Forschungsaufenthalte in Dresden haben Rosalinde und ich uns einen Sport daraus gemacht, die beste Eierschecke der Stadt zu finden. Und gegen diese hier
kommt sowieso kaum eine an). Das Café hatte eben jenen Windbeutelcharme, den man in Berlin ansonsten nie findet, die Verkäuferinnen waren auf zivilisierte Art ruppig, die Tortenauswahl groß und verlockend und die Zahl der Personen, die sich ein schönes Kuchenpaket für den Verzehr zuhause packen ließen war groß.
Die Zitronentarte überlebte den weiten Weg nach Hause nur leicht lädiert, was dem Genuss beim Verzehr keinen Abbruch tat.

Konditorei und Café Buchwald
Bartningallee 29
10557 Berlin
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